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It´s a men´s world. Sometimes.

Viele Paare kennen diesen Weg: Monatelang versuchen sie, schwanger zu werden. Vielleicht auch Jahre, ohne Ergebnis. Dann endlich die erste Untersuchung. Die Ärztin schaut sie an. Macht Tests. Stellt Fragen. Und er? Sitzt daneben. Voll Enthusiasmus, aber zeitgleich entrückt oder besser: unbeteiligt. Als wäre das Thema... nicht wirklich seines. Dabei geht es mehr Männer an als gedacht

Zurück zum Ursprung.
Tatsächlich liegt in rund der Hälfte aller Fälle von unerfülltem Kinderwunsch die Ursache beim Partner. Auch wenn die Statistik nicht lügt, ist ein Spermiogramm dennoch oft das Letzte, was gemacht wird. Warum dem so ist lässt sich nicht leicht beantworten. Vielleicht ist es die Bequemlichkeit, vielleicht auch die Scham. Bestimmt aber ein tief verwurzelter gesellschaftlicher Reflex, der Fruchtbarkeit noch immer als „Frauenthema" versteht. Das ist ein Mythos. Einer, der endlich aufgeklärt gehört.

Der Mythos vom „fruchtbaren Mann".
Es gibt diesen Satz, der – unausgesprochen – in vielen Köpfen mitschwingt: „Er ist gesund, also muss es an ihr liegen." Gesund wird in diesem Kontext mit beschwerdefrei und normaler Erektionsfähigkeit gleichgesetzt. Eine eingeschränkte Samenqualität ist also ein stiller Indikator, nachdem Mann nie fragt.

Dazu kommt: Fruchtbarkeit und Potenz sind zwei völlig verschiedene Dinge. Ein Mann kann sich kerngesund fühlen, normale Libido haben, problemlos Sex haben – und trotzdem kaum funktionsfähige Spermien produzieren. Das eine sagt über das andere leider nichts aus.

Vielleicht mag es für den einen oder anderen Mann eine emotionale Überwindung sein, sich gedanklich an dieses Konzept zu gewöhnen, aber ist die Idee erst etabliert, sind die nächsten Schritte denkbar einfach. Gewissheit erlangt Mann heute spielerisch.

Körpercheck: Was ein Spermiogramm wirklich zeigt.
Die Untersuchung ist einfach, schnell und gibt in kürzester Zeit ein klares Bild.

Ein Spermiogramm untersucht im Wesentlichen:
Spermienzahl: Wie viele Spermien befinden sich pro Milliliter im Ejakulat?
Beweglichkeit: Wie viele schwimmen gerichtet vorwärts? Nur diese können die Eizelle überhaupt erreichen.
Form: Wie viele sind normal geformt? Die Morphologie beeinflusst, ob die Befruchtung gelingt.
Volumen und pH-Wert: Hinweise auf die Funktion der akzessorischen Drüsen, die den größten Teil des Seminalplasma produzieren

Dabei gilt: Ein einzelner auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch Unfruchtbarkeit. Fieber, Stress, eine Erkältung vor drei Monaten – all das beeinflusst das Ergebnis noch Wochen später. Warum? Weil der Spermatogenese-Zyklus rund 90 Tage dauert. Was heute im Labor landet, hat sich vor drei Monaten gebildet. Deshalb heißt dies: Einmal ist keinmal. Bei Auffälligkeiten empfiehlt sich immer eine Kontrolluntersuchung im Abstand von einigen Wochen.

Die beste Neuigkeit: Vieles lässt sich ändern.
Und jetzt der Teil, den wirklich zu wenige Männer kennen: Die häufigsten Ursachen für eingeschränkte Samenqualität sind Lebensstilfaktoren:

Rauchen zum Beispiel reduziert Spermienzahl sowie Beweglichkeit und erhöht DNA-Schäden, kann aber nach einem Rauchstopp wieder umgedreht werden. Auch Übergewicht wirkt über hormonelle Verschiebungen und Hitzestau – bessert sich aber oft deutlich mit Gewichtsreduktion. Weitere Indikatoren sind chronischer Stress, Schlafmangel und Hitzeexposition (ja: auch der Laptop auf dem Schoß, die Sauna, der beheizte Autositz). Auch Freizeitdrogen, Weichspüler und bestimmte Medikamente können sich negativ auf die Samenqualität auswirken – ganz versteckt zwar, aber nicht minder präsent.

Was außerdem nicht jeder auf dem Radar hat: Anabolika und Testosteron-Präparate – auch wenn sie „nur zur Fitness" genommen werden – können die körpereigene Hormonachse massiv unterdrücken und die Spermienproduktion teils langfristig reduzieren. Das ist kein Randthema. Das ist klinische Realität.

Die gute Nachricht ist aber, dass es eine gute Lifestyle-Evaluation und gegeben falls Anpassung viel ändern kann. Nachdem sich Sperma im Körper alle drei Monate neu bildet (im Gegensatz zu den Eizellen) sind die „Lifestyle-Sünden“ auch wieder reversibel.

Check-up: Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Diese Frage stellen sich viele Paare. Und die Antwort ist klarer als gedacht:

✓ Wenn ihr nach 12 Monaten regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden seid – und die Frau unter 35 ist.
✓ Nach 6 Monaten, wenn die Frau 35 oder älter ist.
✓ Bei bekannten Risikofaktoren beim Mann (z. B. Hodenhochstand in der Kindheit, Vorerkrankungen, Chemotherapie) – auch früher.

Was dann möglich ist, ist deutlich breiter als viele denken. Von Lebensstiloptimierung über hormonelle Therapie bis hin zu IUI, IVF, ICSI oder operativer Spermiengewinnung – je nach Befund gibt es einen Weg, manchmal sogar mehrere. Eine Diagnose ist demnach kein Ende. Sie ist der Beginn von: Jetzt wissen wir, womit wir es zu tun haben und können agieren.

Nennen wir's beim Namen.
Viele Männer, die eine solche Diagnose bekommen, erleben das als tiefen Einschnitt. Scham. Rückzug. Das Gefühl, irgendwie zu versagen. Dabei hat Samenqualität absolut nichts mit Männlichkeit zu tun. Nicht mit Potenz, nicht mit Attraktivität, nicht mit Stärke. Das sind zwei verschiedene Dinge – und es wird Zeit, dass wir auch das endlich laut sagen.

„Wer weiß, womit er es zu tun hat, kann handeln. Und Handeln gibt das Gefühl von Kontrolle zurück."
Dr. Michael Schenk

Noch kein Spermiogramm gemacht? Manchmal ist der erste Schritt der einfachste.
Dr. Schenk & Team, Kinderwunsch Institut Schenk


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