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Von der Diagnose zur Lösung: Therapieoptionen bei männlicher Unfruchtbarkeit

Eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit ist eine häufige Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch. Dank moderner Reproduktionsmedizin stehen heute vielfältige Therapiemethoden zur Verfügung, die individuell auf die jeweilige Ausgangssituation abgestimmt werden können. Ziel der Kinderwunschbehandlung ist es, Paaren realistische und medizinisch fundierte Wege zum Wunschkind zu eröffnen.

Grundlage jeder Therapie: gezielte Diagnostik
Die Wahl der geeigneten Therapiemethode basiert immer auf einer sorgfältigen Diagnostik. Ein Spermiogramm liefert zentrale Informationen zur Samenqualität und dient als Ausgangspunkt für weitere Schritte. Je nach Befund können zusätzliche hormonelle, genetische oder bildgebende Untersuchungen notwendig sein. Erst auf dieser Basis wird entschieden, welche Therapieoption sinnvoll ist. Bei leicht oder moderat eingeschränkter Samenqualität kann eine intrauterine Insemination (IUI) eine effektive Therapieoption darstellen. Dabei werden die Spermien aufbereitet und zum optimalen Zeitpunkt direkt in die Gebärmutter eingebracht. Diese Methode wird häufig dann eingesetzt, wenn eine natürliche Befruchtung erschwert, aber grundsätzlich möglich ist.

ICSI als zentrale Therapiemethode bei stark eingeschränkter Fruchtbarkeit
Bei deutlich eingeschränkter Samenqualität oder ausbleibendem Erfolg anderer Methoden kommt die ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) zum Einsatz. Diese etablierte Therapieform ermöglicht eine Befruchtung, indem ein einzelnes Spermium gezielt in die Eizelle eingebracht wird. Die ICSI ist eine der wichtigsten Therapieoptionen bei männlicher Unfruchtbarkeit und eröffnet vielen Paaren neue Chancen innerhalb der Kinderwunschbehandlung.

Therapieoptionen bei fehlenden Spermien im Ejakulat
Sind im Ejakulat keine oder nur sehr wenige Spermien vorhanden, stehen dennoch spezialisierte Therapiemethoden zur Verfügung. Mit TESE (Testikuläre Spermienextraktion) oder TESA (Testikuläre Spermienaspiration) können Spermien direkt aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden. Diese werden anschließend im Rahmen einer ICSI verwendet. Auch bei komplexen Befunden kann so eine Kinderwunschbehandlung mit eigenen Spermien möglich werden.

Ergänzende Maßnahmen und Therapieplanung
Therapieoptionen beschränken sich nicht ausschließlich auf medizinische Verfahren. Auch begleitende Maßnahmen wie Lebensstiloptimierung, Stressreduktion oder hormonelle Unterstützung können Teil der Kinderwunschbehandlung sein und den Behandlungserfolg positiv beeinflussen. Diese Aspekte werden individuell in die Therapie eingebunden. Welche Therapiemethode die richtige ist, hängt immer von der individuellen Situation ab. In ausführlichen Gesprächen werden alle Therapieoptionen verständlich erläutert und gemeinsam abgewogen. Ziel ist eine Kinderwunschbehandlung, die medizinisch sinnvoll ist und zugleich die persönlichen Wünsche und Lebensumstände berücksichtigt.

Moderne Therapieoptionen eröffnen neue Chancen
Dank moderner Therapiemethoden ist eingeschränkte männliche Fruchtbarkeit heute kein Ausschlusskriterium mehr für eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung. Durch gezielte Diagnostik, individuell abgestimmte Therapieoptionen und persönliche Begleitung können Männer und Paare neue Perspektiven auf ihrem Weg zum Wunschkind entwickeln.

Priv. Doz. Doktor med. sci. Gregor Weiß


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