Einflussfaktoren für unerfüllten Kinderwunsch

Auch, wenn es statistisch gesehen nicht stimmt: 50% der Gründe warum ein Paar nicht schwanger wird, sind weiblich, 50% der Gründe sind männlich und 50% der Gründe betreffen beide. Meist ist Unfruchtbarkeit die Ursache von unerfülltem Kinderwunsch, hierfür gibt es aber unterschiedliche Einflussfaktoren, wie Lebensstil, Alter, oder Krankheiten. "Unfruchtbarkeit" ist leider immer noch ein absolutes Tabuthema, das bei den Betroffenen Versagensängste, Stress und Scham auslöst. Hinzu kommt, dass sie nicht selten erst spät entdeckt wird und einem Kinderwunsch im Wege stehen kann. 

Ab wann spricht man eigentlich von Unfruchtbarkeit beim Mann?

Die Zeugungsunfähigkeit der meisten "unfruchtbaren" Männer liegt an der Qualität ihrer Spermien. Die Ursache sind vor allem Veränderungen der Samenqualität. Bei der Samenqualität unterscheiden wir drei mögliche Veränderungen. Entweder ist die Anzahl der Samenzellen vermindert, oder die Beweglichkeit ist eingeschränkt, oder das Aussehen der Samenzellen ist auffällig.

Missgebildete oder unbewegliche Spermien können nur schwer oder gar nicht bis zur Eizelle vordringen. Auch die Anzahl der produzierten Spermien spielt hier hinein. Im Normalfall enthält ein Milliliter Spermienflüssigkeit etwa 20 Millionen Spermien. Sind weniger als 30 Prozent normal geformt und 50 Prozent oder mehr unbeweglich, ist der Mann zeugungsunfähig.

Was sind die Gründe für eine schlechte Spermienqualität?

Eine schlechte Samenqualität ist zumeist hormonell bedingt. Weitere Gründe können eine Hodenverletzung, angeborene Fehlbildungen, Infektionen oder Krankheiten wie Mumps und Diabetes, Krampfadern, Medikamentenkonsum oder Umwelt- und schädliche Einflussfaktoren wie übermäßiges Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Umweltgifte wie Schwermetalle oder Pflanzenschutzmittel und dauerhafte Überhitzung oder Unterkühlung der Hoden darstellen.

Mit zunehmendem Alter des Mannes verringert sich die natürliche Anzahl seiner Spermien sowie deren Beweglichkeit. Neuesten Studien zufolge verfügen 20% der Männer zwischen 18 und 25 Jahren über eine unnatürlich niedrige Spermienanzahl, was hauptsächlich einem ungesunden Lebensstil zuzuschreiben ist. Der heutige Anteil an Samenzellen eines gesunden Mannes beträgt im Schnitt 60 m/ml.

Was kann ich als Frau tun?

Neben einem gesunden Lebensstil und dem regelmäßigen Besuch bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen sollten Sie Ihren Kinderwunsch nicht zu weit in die Zukunft verschieben. Wenn Sie sich unsicher sind, kann Ihnen ein Fruchtbarkeits-Test Gewissheit geben und Ihnen sogar mit hoher Genauigkeit sagen, wie lange Sie noch fruchtbar sein werden. Bei Ausbleiben einer Schwangerschaft wird eine Abklärung dringend empfohlen. Aber die Frage ist:

Ab wann wird man eigentlich nicht schwanger?

Grundsätzlich gilt, dass man dann nicht schwanger wird, wenn man 1 Jahr nicht verhütet und keine Schwangerschaft eingetreten ist. Dies gilt aber nur für Patientinnen bis zum 35. Lebensjahr. Danach hat man bereits eine Auffälligkeit, wenn man nach 6 Monaten ohne Verhütung nicht schwanger wird. Faszinierend dabei ist, dass es bei den Gründen, warum man nicht schwanger wird, eine mathematische Inkongruenz gibt.

Eine frühere Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln kann auch die Fruchtbarkeit vorübergehend einschränken. Ein Zustand nach Fehlgeburten und nach Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter, also z.B. Eileiterschwangerschaften, bedeutet auch, dass man frühzeitig professionelle Hilfe aufsuchen muss. Bei etwa 1% der Frauen sind frühzeitige Wechseljahre, also Wechseljahre bereits vor dem 35. Lebensjahr, der Grund. Hier kann eine Eizellspende Abhilfe schaffen. 

Warum nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen ab?

Die Eizellreserve in den weiblichen Eierstöcken wird bereits im Embryonalstadium angelegt. Jede Frau kommt mit rund 400.000 unreifen Eizellen zur Welt, die erst mit dem Beginn der Geschlechtsreife aktiv werden. Jeden Monat reifen einige Eizellen heran, von denen meist aber nur eine “springt”, dann befruchtet werden und so zu einer Schwangerschaft führen kann. Die Eizellen sind eine der wenigen Körperzellen, die nach der Geburt nicht kontinuierlich erneuert werden. Durch das fortgeschrittene Alter können sich Schäden an der DNA bilden, die dann zu Befruchtungsproblemen oder embryonalen Fehlbildungen führen. So steigt mit zunehmendem Alter neben Problemen bei der Fruchtbarkeit auch die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Trisomie zu bekommen.

Was sind die größten Risikofaktoren für Fertilitätsprobleme? 

Ab einem Alter von 32 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit bei Frauen mit zunehmendem Tempo ab. Daher ist das Alter der größte Risikofaktor, wenn es um unerfüllten Kinderwunsch geht. Eizellen sind in etwa 8 Monate älter als die Frau selbst, da sie bei Frauen bereits als Embryo in der vierten Schwangerschaftswoche im Dottersack angelegt werden, aus dem sie später heranreifen. In der Polkörperdiagnostik wird die genetische Funktionstüchtigkeit der Eizellen mit zunehmendem Alter gemessen.

  • Mit 20 Jahren sind ca. 90% der Eizellen fruchtbar
  • Mit 30 Jahren sind nur noch ca. 50% fruchtbar
  • und mit 40 Jahren nur noch ca. 10% 

Daneben spielen zahlreiche Faktoren, die den Lebensstil betreffen, eine wichtige Rolle: Rauchen, Alkohol und Stress vermindern die Fruchtbarkeit ebenso wie starkes Über- und Untergewicht. Auch bestimmte Krankheiten können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen oder mitunter sogar zur Unfruchtbarkeit führen.

Welche Erkrankungen die Fruchtbarkeit beeinflussen 

Mögliche Gründe für den weiblichen Nichteintritt einer Schwangerschaft sind eine Störung der Eibläschen und ihres Wachstumsverschlossene Eileiter oder mechanische Hindernisse in der Gebärmutter.

Endometriose: Dabei handelt es sich um gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, dem sogenannten Endometrium, außerhalb der Gebärmutter. Am häufigsten finden sich die Herde im Unterbauch, an Eierstöcken und den Eileitern. Da dieses Gewebe ebenfalls dem Zyklus unterliegt, kommt es auch dort zu regelmäßigen Blutungen, die mit starken Schmerzen, Zystenbildung, Entzündungen und Verwachsungen einhergehen können.

PCOS: Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist eine hormonelle Störung, die zu einem erhöhten Testosteronwert, dem männlichen Geschlechtshormon, und damit verbundenen Zyklus- und Fruchtbarkeitsstörungen führt. PCOS-Patientinnen leiden an einer Vergrößerung der Eierstöcke durch Zystenbildung. Diese entsteht dadurch, dass die Eizellen zwar reifen, es allerdings nicht zum Eisprung kommt und die Eizellen in den Follikeln in den Eierstöcken bleiben. Andere Bezeichnungen hierfür sind PCO-Syndrom oder Stein-Leventhal-Syndrom, hyperandrogenämische chronische Anovulation oder funktioneller ovarieller Hyperandrogenismus.

Eileiterverschluss durch Entzündungen: Aufsteigende Unterleibsentzündungen können zu einem Verschluss der Eileiter führen. Eine Bauchspiegelung bringt Gewissheit über einen möglichen Eileiterverschluss.