Vier Wege der Befruchtung - Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion ähnelt vom Prinzip der In-vitro-Fertilisation, denn auch hier erfolgt die Befruchtung der Eizelle in einer Petrischale. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei der ICSI eine Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert wird.

Wie funktioniert eine ICSI? 

Unter Mikroskopsicht wird die Eizelle mit einer Pipette fixiert und das Spermium mithilfe einer Hohlnadel durch die Zona pellucida direkt in die Eizelle gebracht. Dieser Vorgang erleichtert die Befruchtung um ein Vielfaches und ermöglicht sie auch bei einem schlechten Samenbefund. Anschließend können sich die befruchteten Eizellen in einem speziellen Inkubator weiterentwickeln, bevor sie nach 2-5 Tagen in die Gebärmutter transferiert werden. Dank der speziellen Timelapse-Kamera, die in regelmäßigen Abständen Bilder der Embryonen aufnimmt, kann dafür jener Embryo ausgewählt werden, der sich am besten entwickelt und damit die besten Chancen auf eine erfolgreiche Einnistung hat. 

Kommt die ICSI für uns in Frage? 

Eine klare Indikation für eine ICSI ist ein schlechter Samenbefund des Mannes. Wenn zu wenige gesunde Samenzellen vorhanden sind, diese eine eingeschränkte Beweglichkeit oder eine erhöhte Fehlbildungsrate aufweisen, kann eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion die optimale Therapiemöglichkeit sein. 

Bei verklebten oder aufgrund einer genetischen Störung fehlenden Samenleitern oder wenn keine Spermien im Ejakulat gefunden werden, kann der Samen durch einen kleinen operativen Eingriff aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden. Entweder durch eine TESE (Hodengewebe Entnahme) oder TESA (Hodenpunktion). Durch die anschließende Aufbereitung im Embryologielabor werden Spermien minderer Qualität aussortiert. Die gesunden Samenzellen durchlaufen den wichtigen Reifungsprozess und sind somit befruchtungsfähig. Diese Therapiemethode ermöglicht dem Mann, ein Kind mit seinem Erbgut zu bekommen. Samenzellen, die vorerst nicht mehr benötigt werden, werden bei uns eingefroren und sind so auf zu einem späteren Zeitpunkt für eine weitere Befruchtung verfügbar. 

Wie hoch sind die Chancen durch eine ICSI schwanger zu werden? 

Abhängig vom Alter der Partner, den umfassenden Untersuchungsergebnissen und anderen maßgeblichen Faktoren wie Stress, Alkohol- und Zigarettenkonsum und Übergewicht, beträgt die Chance auf eine Schwangerschaft über 40 Prozent pro Zyklus. 

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