Fragen Sie Dr. Schenk – Teil 1

Frage: Werden auch Refertilisierungen bei Ihnen gemacht?

Dr. Michael Schenk: Grundsätzlich ja. Es hängt aber davon ab wer betroffen ist. Der weibliche oder der männliche Partner. Einfacher geht es wenn der Mann eine Vasektomie machen hat lassen und der Zeitpunkt nicht vor mehr als 5 Jahren war. Dann ist die Rückoperation durch unseren Urologen Dr. Michael Salfellner meistens möglich. In den meisten Fällen ist es aber einfacher Samen aus dem Hoden zu gewinnen. Bei den Eileiter unterbundenen Frauen sind die Chancen meistens wesentlich schlechter, weil meistens der ganze Eileiter zerstört wird, oder der Eiauffangmechanismus entfernt wurde. In seltenen Fällen werden die Eileiter nur durchschnitten. Dann gibt es die Möglichkeit mikrochirurgisch in einer fünfstündigen, belastenden Operation am offenen Bauch zurück zu operieren. Die Ergebnisse in Bezug auf die Schwangerschaftsrate sind aber sehr schlecht, weshalb diese Operationen nicht mehr gemacht werden. Die IVF kann die Eileiter elegant umgehen und die Schwangerschaftschance ist zehnmal so hoch.

Frage: Wie läuft die zweite ICSI ab, wenn die erste negativ war? Ein Embryo ist noch eingefroren.

Dr. Michael Schenk: In diesem Fall empfehlen wir den eingefrorenen Embryo ohne weitere Hormonbehandlung im Pure Zyklus zu transferieren. Einfach und erfolgsversprechend.

Frage: Hallo! Ich bin eine der wenigen farbenblinden Frauen - nun haben wir schon seit Jahren das Problem kein Kind zu bekommen. Kann dies irgendwie zusammenhängen mit den Genen? - bzw. wird so etwas bei einer Kinderwunsch-Behandlung berücksichtigt oder kann dies eine mögliche Ursache sein? Ansonsten bin ich völlig gesund und es wurde bereits alles abgecheckt.

Dr. Michael Schenk: Das mit der Farbenblindheit tut mir Leid. Uns sind verschiedene Erbgänge und Gene bekannt, die dazu führen. Als ersten Schritt sollten wir also einen Genetiker beiziehen, um das Risiko für ihr Kind zu beurteilen. Dass Sie farbenblind schwerer schwanger werden, ist mir nicht bekannt. Ich befürchte da müssen wir noch mehr Diagnostik (bei ihrem Partner?) betreiben, um Sie verantwortungsvoll beraten zu können.

Frage: Bei der IVF ist eine natürliche Selektion der Spermien in Hinblick auf Morphologie, Motilität und DNA Integrität gewährleistet (Liu & Baker, 2007). Bei der ICSI wird dieser Selektionsmechanismus umgangen - gibt es diesbezüglich Nachteile, die bekannt sind?

Dr. Michael Schenk: Ich kenne diese Arbeit und bin misstrauisch, dass es eine derartige Selektion gibt. Die Auswahl des befruchtenden Samenfadens erfolgt zufällig. Die Auswahl des Samens für die ICSI erfolgt nach Morphologie, Motilität und DNA Integrität durch unsere EmbryologInnen.

Frage: Was für Behandlungsmethoden gibt es bei PCO bei Kinderwunsch und vor allem auch für die Zeit danach?

Dr. Michael Schenk: Das kann ich nicht so einfach beantworten. PCO - also das polyzystische Ovarsysndrom - kann sich unterschiedlich klinisch darstellen. Ganz schlanke Frauen mit Zyklusstörungen können genauso betroffen sein wie stark fettleibige, die an einem ausgeprägten Bartwuchs und an Zuckerkrankheit leiden. Es gehört also zuerst ausgiebig Diagnostik betrieben. Manche Veränderungen sind auch genetisch vererbt und gehen mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einher. Für die Zeit nach der Schwangerschaft gilt aber für alle, dass sich die Situation verbessert.

 

Vielen Dank an all jene, die mitgemacht haben. Sollten Sie selbst auch eine Frage an mich haben, zögern Sie nicht, diese über dieses Formular zu stellen. Ich freue mich auf Ihre Fragen!

Ihr
Dr. Michael Schenk, MAS

 

 

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