Der IVF-Duden: Medizinische Begriffe einfach erklärt

Was bedeutet In-vitro-Fertilisation? Was ist ein Follikel? Und was passiert beim Zyklusmonitoring? Dr. Schenk erklärt Medizinische Begriffe rund um IVF einfach und verständlich.

E…

Egg Freezing: Eizellen werden bei -196 °C schockgefroren und dadurch konserviert. Ihre Qualität zum Zeitpunkt der Entnahme bleibt also gleich. Für das Einfrieren muss ein medizinischer Grund vorliegen, beispielsweise eine Krebserkrankung, vor deren Behandlung Eizellen entnommen werden.

Eileiterschwangerschaft: Normalerweise wandert die befruchtete Eizelle, die Zygote, nach der Befruchtung den Eileiter entlang bis in die Gebärmutter. Hier ist der von der Natur vorgesehene Ort der Einnistung. Der Embryo ist im Eileiter nicht lebensfähig und kann nicht in die Gebärmutter versetzt werden. Wandert sie nicht so weit, kann es zu einer Einnistung im Eileiter kommen, wobei es entweder zu einem spontanen Abbruch der Schwangerschaft kommt oder der Arzt dies erkennt, und medikamentös oder operativ der Frau hilft.

Eizellbank: Wenn eine Frau aus unterschiedlichen, beispielsweise medizinischen Gründen, für eine Schwangerschaft unzureichende Eizellen (Qualität, Quantität) produziert, kann mittels einer Eizellenspende dennoch eine Schwangerschaft erreicht werden. Es gelten strengste Kontrollen und Auswahlverfahren für die Spenderin, die gesetzlich klar geregelt sind.

Endometriose: Eine häufige Erkrankung von Frauen, bei der Gebärmutterschleimhaut, das Endometrium, außerhalb der Gebärmutter vorkommt. Die größte Zahl der Betroffenen ist zwischen 25 und 35 Jahre alt. Dieses Gewebe verändert sich wie die am richtigen Ort vorhandene Schleimhaut im Verlauf des Zyklus mit. Obwohl die Endometriose Schmerzen verursachen kann, ist der Verlauf der Erkrankung meist gutartig-chronisch.

F…

Fertilität: Oder auch "Fruchtbarkeit" ist die Fähigkeit eines Lebewesens, Nachkommen hervorzubringen.

Follikel: Als Follikel oder Eibläschen werden die Eizelle und ihre Hilfszellen im Eierstock bezeichnet. Sie durchlaufen im Rahmen der embryonalen Entwicklung und später im Zyklus große Veränderungen. Der sprungreife Follikel springt normalerweise in der Mitte des Zyklus (Ovulation), das bedeutet, die Eizelle beginnt vom Eierstock in den Eileiter zu wandern, wo die Befruchtung erfolgt.

Fötus: Ab der 9. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt wird das ungeborene Kind als Fötus oder Fetus bezeichnet. Während in der Embryonalperiode die Anlage und Ausbildung der inneren Organe im Vordergrund steht, erfolgt in der Fetalperiode vor allem Wachstum und Reifung. 

L…

Laser-Hatching: Beim Laser- oder assisted hatching („assistiertes Schlüpfen“) wird die schützende Hülle des Embryos, die Zona pellucida, an einer Stelle etwas dünner gemacht, wodurch die Einnistung in der Gebärmutter erleichtert werden soll.

G…

Genetische Abklärung: Liegen bekannte genetische Probleme in einer Familie vor oder erweist sich die bisherige Behandlung als erfolglos, kann eine genetische Abklärung erfolgen, die mögliche genetische Risiken aufzeigt.

Gesetzliche Richtlinien: In unserem gesamten Tätigkeitsbereich liegen klare gesetzliche Richtlinien vor. Diese regeln, unter welchen Bedingungen welche Methoden erlaubt oder verboten sind. Besondere Bedeutung hat das im Jahr 2015 geänderte Fortpflanzungsmedizingesetz.

H…

Hormonelle Stimulation: Im Rahmen Ihrer Behandlung kann sich Ihr Arzt oder Ihre Ärztin gemeinsam mit Ihnen aufgrund der Befunde entscheiden, eine hormonelle Stimulation durchzuführen. Das bedeutet, es werden unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle höhere Mengen an weiblichen Hormonen verabreicht, um eine größere Zahl an Follikeln reifen zu lassen. Diese werden später punktiert und die Eizellen bei -196°C schockgefroren, um für IVF oder ICSI verwendet werden zu können.

I…

In-Vitro-Fertilisation: Die IVF, die „Befruchtung im Glas“ ist bei gewissen Ausgangssituationen die Methode der Wahl. Dazu gehört beispielsweise ein Verlust oder Verschluss der Eileiter, mehrfache erfolglose Zyklen mit intrauteriner Insemination (IUI) und langjähriger erfolgloser Kinderwunsch ohne erkennbarer Ursache.

Invasive Diagnostik: Sie beschreibt alle diagnostische Eingriffe in den Körper einer Person mit Ausnahme der Blutabnahme, beispielsweise in der pränatalen Diagnostik (vorgeburtliche Untersuchungen) die Fruchtwasserpunktion, die Chorionzottenbiopsie, die Amniozentese oder Nabelschnurpunktion. Grundprinzip ist immer, dass Zellen, die mit dem Fötus in Verbindung stehen, entnommen und genetisch untersucht werden.

K…

Kostentransparenz: Wir sind überzeugt, dass für den Erfolg der Behandlung Ihre Zufriedenheit besonders wichtig ist. Das bedeutet auch, dass Sie jederzeit über die voraussichtlichen Kosten Ihrer Behandlung informiert werden.

M…

Mehrlingsschwangerschaft: Die Mehrlingsschwangerschaft ist im Rahmen der Kinderwunsch-Behandlung als Nebenwirkung anzusehen. Je größer die Zahl an heranwachsenden Embryonen oder Feten ist, desto größer ist das Risiko für gesundheitliche Schäden des ungeborenen Lebens und/oder der Schwangeren. Der früher übliche Transfer mehrerer Embryonen im Rahmen der IVF (In-vitro-Fertilisation) wird nach den Empfehlungen zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften nicht mehr durchgeführt. Im Kinderwunsch Institut gilt daher die Regel 2 x 1 > 1 x 2!

N…

Natürliche IVF (IVF pure): Die IVF/ICSI im „natural cycle“ oder natürlichen Zyklus ist die Durchführung einer IVF oder ICSI ohne (oder nur einer sehr geringen Menge) stimulierender Medikamente; es erfolgt lediglich eine geplante Auslösung des Eisprungs. So steigen die Östrogenwerte nicht so stark wie unter einer herkömmlichen Stimulation an. Es reifen auch nur einer oder nur wenige Follikel, die für eine IVF oder ICSI verwendet werden können. Wenn Sie sich für eine natürliche IVF interessieren, empfehlen wir Ihnen unsere IVF pure.

O…

Ovulation: Die Ovulation oder der Eisprung bezeichnet die Ausstoßung der unbefruchteten Eizelle aus dem Ovar (Eierstock). Dadurch wird die Wanderung in die Eileiter möglich, wo die Befruchtung durch die Spermien erfolgt. Viele hormonelle Verhütungsmittel („Pille“) beruhen auf einer Verhinderung des Eisprungs.

P…

Polycystische Ovarien: Das PCO-Syndrom ist eine sehr häufige Stoffwechselstörung bei Frauen, die den Kinderwunsch verhindern kann. Es kann viele unterschiedliche Ursachen haben, wobei viele, aber bisher noch nicht alle Entstehungswege geklärt werden konnten. Klinisch zeigt sich das PCOS meist durch Zysten (kleine, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Eierstock), seltene oder ausbleibende Regelblutung und eine „Vermännlichung“, die oft durch Hautunreinheiten und Haarausfall gekennzeichnet ist.

Präimplantationsdiagostik: Die PID ist die Untersuchung eines Embryos vor dem Einsetzen in die Gebärmutter. Hierfür muss eine In-vitro-Fertilisation vorgenommen werden, da nur dann ein Embryo außerhalb des weiblichen Körpers entsteht. Die PID ist gesetzlich sehr genau geregelt und nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt. Sie stellt jedoch eine Möglichkeit dar, jenen Embryo einzupflanzen, der beispielsweise keine (lebensgefährlichen) Erbkrankheiten trägt.

S…

Samenbank: Wenn sich nach einem Spermiogramm herausstellt, dass die Eigenschaften (Quantität, Qualität, genetische Erkrankung) der Spermien nicht ausreichend für eine Schwangerschaft sind, kann nach Ausschöpfen der assistierten Methoden wie der IUI oder ICSI als letzte Möglichkeit auf Samen aus einer Samenbank zurückgegriffen werden. Das Gesetz regelt die Voraussetzungen für eine Samenspende sehr gründlich, sodass es sich um eine sichere und verlässliche Methode handelt, auch bei ungeeigneter Samenqualität des Mannes eine Schwangerschaft herbeizuführen. Genauere Informationen finden Sie auf unserer Homepage im Artikel über unsere Samenbank.

Samenqualität: Kommt es trotz längerer Versuche nicht zu einer Schwangerschaft, wird sowohl die Partnerin, als auch der Partner auf mögliche Gründe untersucht. Beim Mann wird nach 3-5 Tagen Enthaltsamkeit mittels Masturbation gewonnenes Ejakulat mikroskopisch untersucht (=Spermiogramm). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Richtlinien veröffentlicht, mittels denen ein Spermiogramm interpretiert wird. So wird unter anderem auf die Anzahl, Beweglichkeit und Form ebenso geachtet wie auf die Keimfreiheit des Spermas.

T…

Transvaginale Hydrolaparaskopie: Hierbei wird über einen Einstich im hinteren Scheidengewölbe mithilfe einer Optik das kleine Becken, die Gebärmutter und die Durchgängigkeit der Eileiter beurteilt. Dies gibt Auskunft über den Zustand der Eileiter und Ovarien sowie über mögliche Verwachsungen und Endometriose. Zusätzlich kann in Kombination mit einer Chromopertubation die Durchgängigkeit der Eileiter noch genauer überprüft werden.

Z…

Zygote: Eine Zygote bezeichnet jene Zelle, die nach Verschmelzung der Ei- und Samenzelle entsteht. Sie hat wieder einen vollständigen Chromosomensatz; normalerweise erfolgt die Verschmelzung im Eileiter. Aus ihr entstehen am 3. Tag nach der Befruchtung die Morula, am 4. Tag die Blastozyste und schließlich der Embryo. Ab der 9. Woche bis hin zur Geburt wird vom Fetus gesprochen.

Zyklusmonitoring: Das Zyklusmonitoring gibt uns Auskunft, ob und wie sich Ihre Schleimhaut über den Zyklus verändert – und ob dies im vorgesehenen Rahmen erfolgt. Dies ist ein Nachweis des Eibläschenwachstums und des Eisprungs.

Ihr
Dr. Michael Schenk, MAS

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